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DEV-TRICKS

set_error_handler(): Warnungen zentral abfangen

set_error_handler() ist praktisch, wenn du PHP-Fehler nicht einfach irgendwo verstreut behandeln willst. Stattdessen reagierst du an einer zentralen Stelle auf Warnungen, Notices oder eigene Fehler.

set_error_handler(function (int $severity, string $message, string $file, int $line): bool {
    error_log("[$severity] $message in $file:$line");

    return true;
});

Warum das nützlich ist: Du bekommst einheitliches Logging und kannst viele alte Warnungen in saubere Exceptions umwandeln.

set_error_handler(function (int $severity, string $message, string $file, int $line): bool {
    throw new ErrorException($message, 0, $severity, $file, $line);
});

Besonders hilfreich bei:

  • Legacy-Code
  • Bibliotheken mit schwacher Fehlerbehandlung
  • Projekten, in denen du Fehler lieber gesammelt als stillschweigend behandeln willst

Wichtig: Nicht jeder Fehler sollte blind zu einer Exception werden. In produktiven Systemen lohnt sich ein klarer Plan, welche Fehler du hart behandelst und welche nur geloggt werden.

register_shutdown_function(): Die letzte Chance im Request

register_shutdown_function() läuft ganz am Ende des Skripts — auch dann, wenn vorher etwas richtig schiefgelaufen ist. Genau deshalb ist die Funktion so wertvoll für Logging und Notfall-Handling.

register_shutdown_function(function (): void {
    $error = error_get_last();

    if ($error === null) {
        return;
    }

    error_log($error['message'] . ' in ' . $error['file'] . ':' . $error['line']);
});

Warum das nützlich ist: Du kannst fatale Fehler noch erkennen, bevor der Request komplett verschwindet, und bekommst wenigstens ein sauberes Log.

Typische Einsatzfälle:

  • Fehlerprotokollierung
  • Cleanup von temporären Dateien
  • letzte Benachrichtigung bei kritischen Abbrüchen

Wichtig: Die Shutdown-Funktion ist keine Wunderwaffe. Wenn schon ein fataler Fehler passiert ist, ist dein Spielraum begrenzt — aber für Diagnose und Aufräumen oft genau richtig.

set_exception_handler(): Wenn nichts mehr abgefangen wird

Wenn irgendwo eine Exception durchrutscht, ist set_exception_handler() dein letzter sauberer Anlaufpunkt. Genau dafür ist die Funktion stark: Du definierst einmal zentral, was bei einem unbehandelten Fehler passieren soll.

set_exception_handler(function (Throwable $e): void {
    error_log($e->__toString());
    http_response_code(500);
    echo 'Es ist ein Fehler aufgetreten.';
});

Warum das nützlich ist: Du brauchst nicht überall denselben Fallback-Code und bekommst trotzdem einheitliches Logging sowie eine kontrollierte Antwort an den Browser.

Besonders praktisch bei:

  • APIs
  • kleinen Projekten ohne großes Framework
  • Bootstrap-Dateien, die den ganzen Request initialisieren

Wichtig: Der Handler selbst sollte sehr robust sein. Wenn dort wieder ein Fehler passiert, wird die eigentliche Ursache schnell schwerer nachvollziehbar.

TMPFS auf ~/.cache: Mehr wert als man zuerst denkt

~/.cache auf tmpfs zu legen ist auf Desktop-Systemen oft überraschend nützlich. Genau dort landen Browser-Cache, Thumbnails, Build-Reste und anderer Kram, der nach einem Neustart meist nicht wirklich fehlt.

Gerade Browser schreiben permanent kleine Dateien. Allein dadurch kommen viele unnötige Schreibzugriffe zusammen. Wenn ~/.cache im RAM liegt, ist das schneller erledigt und die SSD wird nicht dauernd mit Wegwerfdateien beschäftigt.

tmpfs /home/USERNAME/.cache tmpfs rw,nosuid,nodev,noatime,uid=1000,gid=1000,mode=700 0 0

Pfad, uid und gid musst du an dein System anpassen.

Natürlich ist tmpfs nicht gratis: Der Platz kommt aus dem RAM und nach einem Neustart ist der Cache weg. Aber genau das ist hier meistens eher ein Vorteil als ein Nachteil.

Meine Faustregel: Wenn genug RAM da ist, lohnt sich tmpfs auf ~/.cache fast immer. Schon allein wegen der Browserdateien.

Early Hints: Kritische Assets vor der eigentlichen Antwort laden

103 Early Hints ist ein HTTP-Status, mit dem der Server dem Browser schon vor der eigentlichen Response wichtige Hinweise schicken kann, z. B. welche CSS- oder Font-Dateien direkt geladen werden sollen.

HTTP/1.1 103 Early Hints
Link: </assets/css/main.css>; rel=preload; as=style
Link: </assets/fonts/ibm-plex-sans.woff2>; rel=preload; as=font; type="font/woff2"; crossorigin

HTTP/1.1 200 OK
Content-Type: text/html; charset=utf-8

Wo hilft das? Vor allem bei SSR, langsamen Datenbankabfragen oder generell hohem TTFB. Der Browser kann kritische Assets schon anfordern, während das Backend noch an der finalen HTML-Antwort arbeitet.

Wichtig: Early Hints bringt vor allem etwas für Assets, die du sehr sicher brauchst. Für wechselnde oder unklare Ressourcen ist der Effekt gering oder du preloadest unnötig.

Server-Timing: Performance-Daten direkt in den DevTools

Mit dem Server-Timing HTTP-Header verschickst du Performance-Metriken direkt an den Browser. Diese tauchen sofort im DevTools unter Network → Timings auf.

Format:

Server-Timing: db;dur=123;desc="Query"

In PHP:

$start = microtime(true);
// ... Datenbankabfrage oder andere Operation ...
$duration = (microtime(true) - $start) * 1000; // Dauer
header("Server-Timing: db;dur=$duration;desc=\"Database\"", true);

Live Demo: https://server-timing-hono.deno.dev/ – öffne DevTools, schau in Network → Timing

User-Agent-Debugging mit geheimem Key

Wenn du im Frontend schnell debuggen willst, nutze einen geheimen Hash im User-Agent.

Nur wenn der Hash stimmt, gibt das Backend Debug-Infos aus (z. B. Timing, Cache-Hit/Miss, interne Steps).

$ua = $_SERVER['HTTP_USER_AGENT'] ?? '';
$token = $_ENV['UA_DEBUG_TOKEN'] ?? '';
$debug = $token !== '' && str_contains($ua, 'DevCoreDebug/' . $token);

if ($debug) {
    header('X-Debug-Info: ' . json_encode(['dbMs' => 42, 'cache' => 'MISS']));
}

Warum gut: Du erzeugst keinen Debug-Noise für normale User, siehst direkt im echten Frontend, was passiert, und kannst alles ohne extra UI-Flag aktivieren.

Wichtig: Das ist kein Security-Feature, sondern nur ein Debug-Schalter; gib keine sensiblen Daten aus und wechsle den Token regelmäßig.